Deutschland hat mit dem DiGA Framework einen regulatorischen Rahmen geschaffen, der weltweit als Vorbild gilt. Digitale Gesundheitsanwendungen sind Apps oder webbasierte Anwendungen, die als Medizinprodukte der Risikoklasse I oder IIa zugelassen und von gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.
Stand Ende 2025 sind 73 DiGA im BfArM Verzeichnis gelistet, davon 47 dauerhaft aufgenommen. Über eine Million DiGA wurden seit September 2020 ärztlich verordnet oder von Kassen genehmigt, 861.000 davon tatsächlich aktiviert. Das entspricht einer Aktivierungsrate von 81 Prozent. Die GKV Gesamtausgaben für DiGA belaufen sich auf 234 Millionen Euro, mit einem Ausgabenwachstum von 71 Prozent im Vergleich 2023 zu 2024.
47 Prozent aller gelisteten DiGA behandeln psychische und Verhaltensstörungen. 69 Prozent setzen auf kognitive Verhaltenstherapie als methodischen Kern. Weitere Indikationsbereiche: Schmerz, Schlafstörungen, Stoffwechselerkrankungen, Tinnitus und Suchterkrankungen.
Das BfArM prüft Anträge innerhalb von drei Monaten. Es gibt zwei Aufnahmewege:
Der BfArM Leitfaden liegt aktuell in Version 3.6 vor. Seit Februar 2026 gilt die zweite DiGAV Änderungsverordnung mit konkretisierten Anforderungen an die anwendungsbegleitende Erfolgsmessung.


Das BfArM verlangt den Nachweis eines positiven Versorgungseffekts (pVE). Dieser kann sich in zwei Formen zeigen:
Mindestens eine vergleichende Studie ist erforderlich: DiGA Nutzung gegen Nicht Nutzung. Randomisierte kontrollierte Studien sind empfohlen. Die Registrierung im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) ist Pflicht. Zwölf Monate nach Einreichung beim BfArM greift die Veröffentlichungspflicht.
Der gesamte Prozess dauert typischerweise 18 bis 36 Monate von der Konzeption bis zur Listung.
Sanofeld ist eine Healthcare Agentur für Omnichannel Marketing, RX & OTC, Social Media und Paid Marketing.
Die Digitale Gesundheitsanwendungen Verordnung regelt Verfahren und Anforderungen zur Prüfung der Erstattungsfähigkeit. DiGA müssen Medizinprodukte der Risikoklasse I oder IIa sein. Sie können als native Apps oder webbasierte Anwendungen realisiert werden. Ihr Hauptzweck: Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten.
DiGA fallen unter die EU Medizinprodukteverordnung 2017/745. Die CE Kennzeichnung ist Pflicht. Für Risikoklasse IIa ist eine Konformitätsbewertung durch eine Benannte Stelle erforderlich.
Die Anforderungen gehen über die DSGVO hinaus:
DiGA werden auf ärztliche Verordnung oder nach Kassengenehmigung erstattet. Im ersten Jahr nach Listung gilt freie Preissetzung durch den Hersteller. Ab dem 13. Monat werden Vergütungsbeträge mit dem GKV Spitzenverband verhandelt. Der durchschnittliche Vergütungsbetrag liegt bei 226 Euro, etwa ein Zehntel des höchsten Herstellerpreises im ersten Jahr.
Bei Nicht Einigung entscheidet eine Schiedsstelle. Günstige DiGA können von aufwändigen Verhandlungen befreit werden.
Seit dem 1. Januar 2026 ist die anwendungsbegleitende Erfolgsmessung (AbEM) verpflichtend:
Dieses Modell zwingt Hersteller zu besserer Produktqualität und belohnt nachweisbare Therapieergebnisse.


DiGA als Medizinprodukte unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz. Marketing muss zwischen Fachkreiswerbung an Ärzte und Laienwerbung an Patienten unterscheiden. Irreführende Werbung ist verboten, Pflichtangaben sind vorgeschrieben.
Die zentralen Hürden in der Praxis:
DiGA werden ärztlich verordnet, aber von Patienten genutzt. Marketing muss beide überzeugen:
Healthcare Advertising an Fachkreise und Disease Awareness Kommunikation an Patienten erfordern unterschiedliche Kanäle, Tonalitäten und regulatorische Prüfungen.
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Deutschland ist der europäische Marktführer im Bereich Digital Therapeutics (DTx). Das DiGA Framework hat ein Ökosystem geschaffen, das international als Referenz dient. Der deutsche Digital Health Markt umfasst rund 25,6 Milliarden US Dollar (2025) mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von 22,4 Prozent bis 2030. Mobile Health Services dominieren mit 45 Prozent Marktanteil.
Der globale Markt für Digital Therapeutics wird auf 9,73 Milliarden US Dollar (2025) geschätzt und soll bis 2034 auf 56,76 Milliarden US Dollar wachsen. Die jährliche Wachstumsrate liegt bei 21,65 Prozent.
14 Prozent der deutschen Bevölkerung haben mindestens einmal eine Gesundheits App genutzt (ohne Sport und Ernährung). Zwei Drittel können sich die Nutzung vorstellen. Die Lücke zwischen Bereitschaft und tatsächlicher Nutzung zeigt das Potenzial für gezieltes Marketing und bessere Zugangswege.
Der Trend geht zu Drug Adjacent DTx: digitale Therapiebegleitungen, die ein Medikament ergänzen. Pharmaunternehmen nutzen Companion Apps, um Therapieadhärenz zu verbessern und sich in wettbewerbsintensiven Wirkstoffklassen zu differenzieren. Hybride Geschäftsmodelle, bei denen klassische Therapie und digitale Begleitung zusammenwirken, gewinnen an Bedeutung.
Die neueste Generation von DTx setzt auf KI gestützte Personalisierung: adaptive Therapiepfade, die sich an den Fortschritt des Patienten anpassen. Chatbot basierte Interventionen, Wearable Integration und Video Therapiemodule erweitern die Möglichkeiten.
Elf Branchenverbände fordern ein Ende der Überregulierung von DiGA. Das Spannungsfeld zwischen Innovationsförderung und Kostenkontrolle durch die GKV prägt die politische Debatte. Die erfolgsabhängige Vergütung ab 2026 könnte sich als positiver Treiber erweisen: Hersteller, die nachweisbare Ergebnisse liefern, werden belohnt.
Gesundheits Apps stellen besondere Anforderungen an Architektur und Qualitätssicherung. Die Entwicklung folgt regulatorischen Standards und medizinischen Validierungsprozessen.
Barrierefreiheit ist keine Option, sondern Pflicht. DiGA müssen nach DiGAV Anlage 2 leicht und intuitiv bedienbar sein. Dazu gehören:
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Gesundheits Apps decken ein breites Spektrum von Prävention über Therapie bis Nachsorge ab.
Die Aufnahme ins DiGA Verzeichnis erfolgt durch das BfArM im Fast Track Verfahren. Nur CE gekennzeichnete Apps der Risikoklasse I oder IIa werden zugelassen.
Erfüllung der DSGVO Standards durch Verschlüsselung, Zugriffskontrollen und Privacy by Design. Ein ISMS nach ISO 27001 oder BSI IT Grundschutz ist verpflichtend. Die Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten darf nur auf Servern in Deutschland oder dem EU/EWR Raum erfolgen.
Nachweis positiver Versorgungseffekte durch mindestens eine vergleichende Studie. Randomisierte kontrollierte Studien sind empfohlen. Der Nachweis muss im DRKS registriert und nach anerkannten wissenschaftlichen Standards durchgeführt werden.
Klare Darstellung der Funktionsweise und intuitive Bedienung. Die App muss robust gegen Störungen und Fehlbedienungen sein. Barrierefreiheit und Verbraucherschutz sind Pflichtkriterien.
Nachweis eines dokumentierten QMS mit Prozessen zur Risikobewertung, Nachverfolgung und Konformität nach ISO 13485. Regelmäßige Aktualisierungen, die medizinische Erkenntnisse, technische Entwicklungen und Nutzerfeedback berücksichtigen, sind verpflichtend.
Nach endgültiger Aufnahme verordnen Ärzte und Psychotherapeuten die App auf Rezept. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten vollständig. Patienten erhalten Zugang zu geprüften digitalen Gesundheitslösungen ohne Eigenkosten.
Gesundheits Apps erfordern kontinuierliche Pflege. Medizinische Erkenntnisse ändern sich, regulatorische Anforderungen werden angepasst, Nutzerfeedback zeigt Optimierungsbedarf.
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| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| DiGA im BfArM Verzeichnis | 73 (Stand Ende 2025) |
| Dauerhaft gelistet | 47 |
| Verordnungen gesamt | Über 1 Million (bis Ende 2024) |
| Aktivierungsrate | 81 Prozent |
| GKV Gesamtausgaben | 234 Millionen Euro (2020 bis 2024) |
| Ausgabenwachstum | 71 Prozent (2023 zu 2024) |
| Durchschnittlicher Vergütungsbetrag | 226 Euro |
| Erfolgsabhängiger Anteil ab 2026 | Mindestens 20 Prozent |
| Digital Health Markt Deutschland | Rund 25,6 Milliarden USD (2025) |
| Jährliche Wachstumsrate | 22,4 Prozent (2025 bis 2030) |
| Globaler DTx Markt | 9,73 Milliarden USD (2025) |
| Anteil psychische Indikationen | 47 Prozent aller DiGA |
Neben DiGA gewinnen Digitale Pflegeanwendungen an Bedeutung. DiPA sind technologische Lösungen zur Unterstützung von Pflegebedürftigen und Pflegenden. Sie sind im SGB XI verankert und gelten als förderfähige Unterstützung.
Das BfArM erstellt ein offizielles DiPA Verzeichnis. Jede Anwendung muss Wirksamkeit, Datenschutz und Nutzerfreundlichkeit nachweisen. Pflegeversicherungen können die Kosten anteilig übernehmen. Das Teilhabestärkungsgesetz bildet die rechtliche Grundlage.
Die Integration in bestehende Pflegestrukturen erfordert Abstimmung zwischen Einrichtungen, Pflegekräften und Kostenträgern. Schulung und Akzeptanzförderung sind entscheidend für den Erfolg digitaler Pflegeanwendungen.
Als Healthcare Agentur begleitet Sanofeld Pharma und Healthcare Unternehmen bei der Vermarktung von Gesundheits Apps und DiGA. Wir verbinden regulatorisches Verständnis mit digitaler Reichweite.
Sanofeld plant und steuert die Go-to-Market-Strategie für Gesundheits Apps und digitale Therapeutika, von der ersten Positionierung bis zur Nutzeraktivierung.
Eine DiGA ist ein Medizinprodukt der Risikoklasse I oder IIa mit CE Kennzeichnung. Nach Entwicklung und Konformitätsbewertung stellt der Hersteller beim BfArM einen Antrag auf Aufnahme in das DiGA Verzeichnis. Im Fast Track prüft das BfArM innerhalb von drei Monaten, nachzuweisen ist ein positiver Versorgungseffekt.
Im ersten Jahr gilt der Herstellerpreis, danach ein mit dem GKV Spitzenverband verhandelter Vergütungsbetrag. Seit dem 1. Januar 2026 ist mindestens 20 Prozent der Vergütung an den Therapieerfolg gekoppelt.
Eine DiGA braucht zwei Strategien: Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten, die sie verordnen, und Patientinnen und Patienten, die sie nutzen. Für Werbung gilt das Heilmittelwerbegesetz, für Daten die DSGVO und die Anforderungen der DiGAV.
Sanofeld begleitet Gesundheits Apps und DiGA bei Positionierung, UX, Content und Vermarktung bis zur Verordnung. Die technische Entwicklung übernimmt in der Regel ein spezialisierter Entwicklungspartner des Herstellers.
Das DiGA Verzeichnis ist die Liste des BfArM mit allen digitalen Gesundheitsanwendungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Ende 2025 waren dort 73 DiGA gelistet, 47 davon dauerhaft.
Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten können eine DiGA verordnen. Alternativ stellen Versicherte direkt bei ihrer Krankenkasse einen Antrag. In beiden Fällen erhalten sie einen Aktivierungscode für die App.
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